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BauerVomDorf

unregistriert

1

Mittwoch, 17. Juni 2015, 14:18

Altes Abwasserrohr geht ungeklärt direkt in die Dorfkanalisation

Hallo zusammen,

bei uns im Dorf hat jeder seine eigene "Klärgrube" aus DDR-Zeiten. Irgendwann müssen wir sicher auch mal ne neue bauen weil es wohl auf absehbare Zeit keine große Kläranlage für die Gemeinde geben wird.

So weit so gut. Nun haben wir als Nachbarn ein Gemeindegrundstück, dieses soll nun verkauft werden. Im Zuge dessen hat die Gemeinde wohl mal wieder einen Blick darauf geworfen und festgestellt dass bei uns ein Abflussrohr zusammen mit dem Regenwasser direkt in die Kanalisation geht, welche dann wiederum später direkt in das Flüsschen am Ortsrand geht.

Dieses Abwasserrrohr war schon immer da und es hat nie jemanden interessiert. Irgendwann haben wir das Haus von Oma geerbt und haben uns da auch keine Gedanken gemacht wo das hingeht.

Genau genommen weiß ich auch gar nicht wo es hin geht, evtl. geht es ja sogar in unsere Klärgrube, aber unwahrscheinlich da unsere Klärgrube auf der anderen Hausseite ist. Evtl. geht sie aber auch in die Klärgrube auf dem Gemeindegrundstück - keiner weiß es...

Die Gemeinde möchte nun bei einem Termin mit uns vor Ort klären was das ist.

Wie kann/soll ich mich nun verhalten. Können die verlangen dass ich mein gesamtes Haus aufreise und neue Abwasserleitungen verlege oder gibt es eine Art Bestandsschutz?

Oder gibt es andere Möglichkeiten?

2

Samstag, 20. Juni 2015, 22:09

Hallo,
Ganz klar handelt sich um Regenwasser vom Dach und Hofentwässerung. Das wird in die Grube nicht eingeleitet, da es nicht notwendig ist.
MfG
Möller

SvenG

Fortgeschrittener

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Wohnort: Thüringen

Beruf: Abwassermeister

3

Donnerstag, 9. Juli 2015, 14:33

Ist aber richtig, dass der Verbleib des Oberflächenwassers geklärt wird. In der KKA hat es so wie Möller bereits schrieb nichts verloren. Es ist doch immer wieder schön zu lesen, welchen Stellenwert Entwässerung in der Bevölkerung einnimmt. Du schreibst, dass Du im Grunde keine Ahnung hast, wo welche Leitungen liegen und wo was hinfließt. Wäre es da nicht mal an der Zeit sich darüber Kenntnisse zu verschaffen und den Bestand sowie dessen Zustand zu ermitteln? Im Moment ist doch noch gar nichts passiert. Lass die doch beim Ortstermin erst mal ganz freundlich erläutern worum es geht und dann gib nochmal ne Info hier ab.
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

BauerVomDorf

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4

Freitag, 10. Juli 2015, 08:11

So zurück aus dem Urlaub.

Ich bin nun auch schlauer und weiß genau was da alles wohin abfließt. Es ist bei uns so dass die Bäder (EG+OG) komplett in die Klärgrube abgeführt werden. Die Küchen sind aber auf der anderen Seite des Hauses und werden nicht in die Klärgrube entwässert, sondern einfach in die Regenrinne. Diese geht dann in einen Schacht, der geht zu einem anderen Schacht und dann in die Kanalisation.

Die Gemeinde war vor Ort und hat gesagt geht so nicht, aber das müsse der Abwasser ZWeckverband klären.

Der war dann auch da und hat nur gesagt dass ich die beiden Schächte wegmachen soll und ein ordentliches Rohr zur Kanalisation bauen soll. Ich habe noch einen 30cm Streifen eigenes Grundstück neben dem Haus, dort soll dann das Rohr verlegt werden, so brauche ich auch keine Dienstbarkeiten vom Nachbarn für mein Abwasser.

Wegen Mischwasser hat der Abwasserverband übrigens gar nichts gesagt - ich wollte es ihm aber auch nicht auf die Nase binden.

Insofern kann ich sehr gut mit dem Ergebnis leben, ich hatte schon befürchtet dass ich für meine Küchen komplett neue Abwasserrohre durch Haus legen muss....

Ich hatte auch eine private Abwasser-Firma da, die hat allerdings gesagt dass das so nicht geht, wegen Mischwasser. Nun ja, so lange es der Abwasserverband es nicht bemängelt kann ich doch beruhigt sein, oder?

SvenG

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5

Freitag, 10. Juli 2015, 08:33

Jein! Das Grauwasser aus den Küchen gehört in die Klärgrube entwässert. Das was Du beschreibst ist recht oft der Fall, wenn irgendwann mal statt eines Trockenklos eine KKA eingebaut wurde. Dann wurde das Küchenwasser, welches ja in der Regel nicht mit ins Trockenklo geleitet wurde, einfach so belassen. Nun läuft bei Dir das ungereinigte Schmutzwasser aus den Küchen direkt in den Kanal und von dort ins Gewässer. Das ist so nicht richtig und erfüllt streng genommen den Tatbestand der Gewässerverunreinigung. Da Du nun davon weißt und das nicht änderst, sogar vorsätzlich. So. Wo kein Kläger ist, ist zunächst auch mal kein Angeklagter. Jetzt musst Du zunächst mal mit Deinem Gewissen ausmachen, ob Du damit leben kannst, ggf. eine Anzeige zu kassieren. In der Regel bleibt so was unbemerkt, weil das abfließende Wasser aus der Küche dem aus der KKA sehr ähnlich sieht und keine oder wenig Feststoffe enthält. Aber sicher sein kannste Dir halt auf Dauer nicht.
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

BauerVomDorf

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6

Donnerstag, 16. Juli 2015, 08:41

Danke erstmal für die Antwort!

Sagen wir mal so, wissen tue ich nix genaues, da ich ja Laie bin was das angeht. Deshalb hatte ich ja auch den Abwasserzweckverband bestellt, damit der mir genau sagt was ich tun soll. Der war ja auch da, hat sich alles angeschaut und hat mir gesagt was ich tun soll. Das werde ich natürlich auch exakt so tun.
Und mal angenommen ich würde das Abwasser von den Küchen neu durchs Haus verlegen wollen, dann käme das ohnehin einem wirtschaftlichen Totalschaden am Haus gleich, denn dieses Fass ist so tief dass ich keinen Boden sehe.

Wie gesagt, ich habe meiner Meinung nach alles getan was ich als Laie tun kann und werde mich auch nicht freiwillig finanziell ruinieren nur weil mein Geschirrspüler evtl. direkt in die Kanalisation einleitet.

Und zwecks Umweltbelastung: da sehe ich meinen Geschirrspüler im vergleich zu der industriellen Landwirtschaft um mich herum als vernachlässigbar an. ;-)

SvenG

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Beruf: Abwassermeister

7

Donnerstag, 16. Juli 2015, 12:07

Da gibt es den schönen Grundsatz: Es gibt kein gleiches Recht im Unrecht.
Wenn Dein Nachbar jeden Tag 5Liter Altöl im Boden versickert und Du nur 1 Liter kannste Dich bei einer Anzeige nicht mit dem schlimmeren Verhalten Deines Nachbarn rausreden. Aber das nur am Rande.
Ich habe Dir nicht vorschreiben wollen, was Du tun sollst und wollte das ganze auch nicht überdramatisieren. Du hast halt gefragt und ich geantwortet. :-D
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

BauerVomLand

unregistriert

8

Freitag, 17. Juli 2015, 10:38

Ja Sven, dafür danke ich Dir auch, habe das auch nicht bös gemeint, aber man muss halt bei allen (sinnvollen) Regeln auch sehen wie man sich da durchwurschtelt wenn man keinen Goldesel im Stall stehen hat ;-)

SvenG

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Beruf: Abwassermeister

9

Freitag, 17. Juli 2015, 10:48

Hab ich verstanden. Bin ja nicht völlig Humorfrei :thumbsup:
MfG Sven

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