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Thüringer

unregistriert

1

Montag, 18. November 2013, 17:55

Der richtige Umgang mit dem Zweckverband.

Hallo Ich bin Mika und seit kurzem Hausbesitzer,



Nun stellen sich mir einige Fragen beim Abwasser und ich bin mir nicht sicher wie ich das geregelt bekomme.



Das Haus verfügt über eine alte Dreikammerklärgrube.

Der Abfluss der Klärgrube und aller Dachflächen erfolgt über das eigene Grundstück in den angrenzenden Dorfbach.

Ich bin allso eigentlich Direkteinleiter.



Der Vorbesitzen zahlte aber immer schön Kanalgebühren und wurde beim WAZ auch als Kanalkunde geführt.

Es besteht allso keine Einleitegenehmigung.



Mit dem Anbau des Hauses bekomme ich ehh eine Auflage für eine Vollbiologische KKL.

Das Haus ist erstmal eine Baustelle und unbewohnt,es fällt auch kein Abwasser an.





Wie soll ich mich bei der Anmeldung bei WAZ verhalten ?





Der WAZ hat bei uns im Ort kein funktionierendes Kanalnetz und keine Kläranlage.



Ich wäre für Hilfe Dankbar

Grüße Mika

SvenG

Fortgeschrittener

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Wohnort: Thüringen

Beruf: Abwassermeister

2

Dienstag, 19. November 2013, 07:22

Hallo Mika,

interessant wäre noch die Frage, in welchem Bundesland Du wohnst bzw. wohnen wirst ;-). Kann es sein, dass der Vorbesitzer keine Kanalgebühr sondern eine Kleineinleiterabgabe bezahlt hat? Das macht einen Unterschied. Wenn Dein Abwasser direkt in das angrenzende Gewässer geleitet wird, bist Du Kleineinleiter. Ob Du die dafür erforderliche wasserrechtliche Genehmigung hast spielt dabei keine Rolle. Der Zweckverband kann nur Einleitgebühren verlangen, wenn das Kanalnetz genutzt wird. Sollte vor Deinem Grundstück ein Kanal des Zweckverbandes liegen, ist Dein Grundstück anschließbar, was u.U. einen Einmalbeitrag nachsich zieht, aber noch keine Einleitgebühr begründet. Hier zählt die tatsächliche Inanspruchnahme. Bei der Frage der zukünftigen Gestaltung Deiner Grundstücksentwässerung würde zudem prinzipiell ein Anschluss und Benutzungszwand an die öffentliche kanalisation bestehen. Wenn Du tatsächlich Gewässeranlieger bist, solltest Du in diesem Fall freundlich mit der Wasserbehörde und dem Zweckverband reden, ob eine Einleitung ins Gewässer dennoch möglich ist. Der Umbau auf Vollbiologie wird wahrscheinlich in jedem Fall gefordert, es sei denn Dein Grundstück ist zum baldigen Anschluss an eine zentrale Kläranlage vorgesehen.

im Übrigen würde ich zunächst für die Zeit der Renovierung Bauwasser ohne Abwasser anmelden.
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

Thüringer

unregistriert

3

Dienstag, 19. November 2013, 18:17

Hallo Sven,

Danke für deine Antwort.

Ich komme auch aus Thüringen SOK.

Natürlich rede ich mit den Zweckverband freundlich.

Allso Kleineinleiter und Bauwasser ,davon habe ich noch nie gehört.

Nur von Kanaleinleiter und Direkteinleiter und der Abgabe für Regenwasser nach Dachfläche.

Allso müsste ich erstmal "Eigentümerwechsel Grundstück" melden.

Die Dame am Tel. hat mich recht barsch abgefertigt.

Meine Frage war wie das Grundstück derzeit eingestuft ist.

"Haben Sie schon umgemeldet ? Da kann ja jeder kommen und was wissen wollen ..."

Danach müsste ein Techniker kommen und alles mal überprüfen oder ?

Dann Bauwasser beantragen.

Soll ich schon eine Einleitegenehmigung bei Untere Wasserbehörde/Landratsamt beantragen ?



Das generelles Problem in der Gemeinde ist der Abwasserkanal.

Die Rohre wurden alle zu DDR zeiten gelegt.

Alles in Eigenleistung kreuz und quer immer direckt in den Dorfbach.

Der WAZ hat keine Pläne keine Kläranlage nix.



Grüße Mika

SvenG

Fortgeschrittener

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Beruf: Abwassermeister

4

Mittwoch, 20. November 2013, 07:28

Die Dame hat ja schon recht... Datenschutz geht vor. Aber mit dem Notarvertrag sollte sich das schnell klären lassen. Kanaleinleiter > Einleitung in einen öffentlichen Kanal>Gewässer (bzw. öffentliche Kläranlage)... Kleineinleiter> Einleitung direkt in ein Gewässer. Bauwasser bedeutet einfach, dass auf dem Grundstück noch kein Abwasser anfällt. Das Bauwasser wird für den Bau benutzt. Die Frage nach dem möglichen Kanalanschluss ist allerdings noch unbeantwortet. Ich würde versuchen mit dem Verantwortlichen vom Zweckverband zu sprechen und die Anschlussmöglichkeit zu klären. Wenn kein Anschluss möglich ist, ist der nächste Weg die Wasserbehörde wegen der Einleitgenehmigung.
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

Thüringer

unregistriert

5

Mittwoch, 20. November 2013, 13:26

Hallo Sven,

Vielen Dank für deine Hilfe.

Ich war beim Vorbesitzer der hat gut Kanalgebühren gezahlt auch für Dachflächen .

Ich werde erstmal jemand vom WAZ bestellen.

Der muss dann mal sagen wie es weiter geht.

Ich melde mich wenn ich neue Erkentnisse habe.



Danke und Grüße

Mika

Thüringer

unregistriert

6

Samstag, 4. April 2015, 14:35

vollbiologische Kleinkläranlage

Mein WAZ beabsichtigt in naher Zukunft keine Kläranlage bei uns am Ort zu bauen.
Ich muss eine vollbio. KKL einbauen und direkt in den Dorfbach entwässern.

Nun war schon mehrmal im Gespräch in Zukunft wird bei uns im Ort eine Phosphatfällung gefordert.
Woher kommt das Phosphat und warum müssen wir das behandeln ?
Bei uns ist kein Trinkwassergebiet.
Ich würde gern diese Klaro One einbauen, die erfüllt die Klasse P aber nicht.

SvenG

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7

Montag, 13. April 2015, 09:39

Wenn Du direkt in ein Gewässer einleitest, müsstest Du dafür eine wasserrechtliche Erlaubnis von der Wasserbehörde bekommen. In der steht dann auch, ob Du überhaupt eine P- Anlage brauchst und wenn ja warum (Begründung im Bescheidtext).
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

Thüringer

unregistriert

8

Montag, 13. April 2015, 21:25

Hallo Sven
Einleitgenehmigung muss ich im Landratsamt beantragen.
Freistellung vom WAZ habe ich.
Woher kommt das Phosphat ?
Was begründt die Ablaufklasse P ?

SvenG

Fortgeschrittener

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Beruf: Abwassermeister

9

Dienstag, 14. April 2015, 07:18

Zur Herkunft der Phosphate vielleicht mal das hier Lexikon Wasser Wissen Ich persönlich halte die grundstücksbezogene Phosphatentfernung für nicht besonders zielführend, aber das ist ein anderes Thema. Wer weiß, ob Du das überhaupt machen musst. Grundlage ist wohl die EU- Wasserrahmenrichtlinie. Wenn ich das richtig verstanden habe, hängt die Notwendigkeit der Phosphatentfernung wohl auch vom Gewässer ab, in das eingeleitet werden soll. Mit dem Thema solltest Du die Leute vom Landratsamt mal beschäftigen. Die sollten Dir das erklären können.
Nachtrag: Auszug aus eine Anfrage der Grünen in Thüringen:
Antwort auf Frage 146
Die Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser (91/271/EWG) gibt je nach Größe des zu entsorgenden gemeindlichen Gebietes die Art und Weise der Abwasserbehandlung vor. Danach gelten für gemeindliche Gebiete:
- ≥ 10.000 Einwohnerwerte (EW): biologische Behandlung mit weitergehenden Reinigung (Stickstoff und Phosphor)
- ≥ 2.000 EW bis < 10.000 EW: biologische Behandlung
- < 2.000 EW: geeignete Behandlung
Nach Artikel 2 Abs. 9 bedeutet 'geeignete Behandlung' "Behandlung von kommunalem Abwasser durch ein Verfahren und/oder Entsorgungssystem, welches sicherstellt, dass die aufnehmenden Gewässer den maßgeblichen Qualitätszielen sowie den Bestimmungen
dieser und jeder anderen einschlägigen
Richtlinie der Gemeinschaft entsprechen". Eine geeignete Behandlung kann in diesem
Sinne auch die biologische Behandlung der Abwässer mit einer weitergehenden Reinigung (Elimination Phosphor) sein, wenn dies z. B. zur Umsetzung der EU-WRRL erforderlich ist. Auf die Notwendigkeit zur Umsetzung des WHG als Mindeststandard der Abwasserbehandlung auch in gemeindlichen Gebieten mit weniger als 2.000 Einwohnern eine biologische Behandlung häuslicher Abwasser sicherzustellen wird ergänzend hingewiesen (siehe Antwort zu Frage 144). Über den Ort der mindestens biologischen Behandlung der Abwässer (Überleitung zu zentraler Kläranlage, Behandlung in Ortskläranlage/-n oder grundstücksbezogene Kleinkläranlagen) entscheidet der kommunale Aufgabenträger.

Antwort auf die große Anfrage als Pdf
MfG Sven

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SvenG« (14. April 2015, 07:48)


Thüringer

unregistriert

10

Sonntag, 19. April 2015, 18:20

.....Ich habe erstmal gelesen.

Thüringer

unregistriert

11

Montag, 1. Juni 2015, 16:33

Hallo Sven,

Es wird doch ernst.
Die TLUG hat bei uns im Gewässer einen erhöter Phosphatgehalt gemessen.
Nun soll Eine Fällung in die vollbio-Anlagen eingebaut und auch nachgerüstet werden.
Der Zweckverband ist auch nicht begeistert.
Woher kommt das Phosphat ? Ist das Zeug noch in Waschmitteln ?

SvenG

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Beruf: Abwassermeister

12

Dienstag, 2. Juni 2015, 15:27

MfG Sven

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Thüringer

unregistriert

13

Montag, 19. Oktober 2015, 19:36

Hallo Sven,

Allso mit dem WAZ und der Wasserbehörde bin ich gut überein gekommen.
Alles konnte vernünftig geregelt werden.

Das Phosphat steht halt noch im Raum.

Ich möchte mich noch für deine Hilfe bei dir bedanken.

Danke !

Viele Grüße

SvenG

Fortgeschrittener

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Beruf: Abwassermeister

14

Dienstag, 20. Oktober 2015, 10:17

Danke. Schön auch mal ein positives Feedback zu bekommen. :thumbup:
MfG Sven

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