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Elke Helbig

unregistriert

1

Sonntag, 24. Februar 2008, 14:52

Brunnenwasser zu Trinkwasser

Hallo,
für den Betrieb unserer Hofkäserei benötigt unser Milchschafhof Trinkwasser lt. TrinkwasserVO. Wegen unser Lage im Außenbereich ist eine Trinkwasserleitung nicht wirtschaftlich, und wir sind auf unser Brunnenwasser (Oberflächenwasser) angewiesen. Zwei Wasserproben im Abstand von 12 Monaten haben folgende Probleme ergeben:
Trübung (FNU) 1,1 ; pH-Wert 5,77 ; Coliforme Bakterien / 100ml: 12,0; Aluminium: 0,31 mg/l
Nun suchen wir nach einer Brunnenwasseraufbereitung, die uns nicht ruiniert. Unser Trinkwasserbedarf liegt zwischen ca. 1400 l / Tag (Max. an ca. 90 Tagen / Jahr während des Käsereibetriebs) und ca. 600 l / Tag für die verbleibende Zeit. Wer kann uns helfen?
Vielen Dank!
Elke Helbig

Jörg

unregistriert

2

Montag, 25. Februar 2008, 01:11

Re: Brunnenwasser zu Trinkwasser

Ganz umsonst wird die Aufbereitung nicht sein. Du brauchst auf alle Fälle eine Dosiereinheit um den pH-Wert anzuheben (z.B. mit Natronlauge). Durch die Dosierung kommt man einerseits in einen neutralen Bereich, anderseits dürfte man auch das Aluminium loswerden, da sich Aluminiumhydroxyd bildet; und das kann im nächsten Verfahrensschritt abgefiltert werden. SChlußendlich würde ich noch zu einer UV-Lampe raten, die in die abgehende Leitung eingebaut werden muss. Dadurch wird das Wasser desinfiziert.
Das teuerste an der Anlage dürfte die pH-Regeleinheit sein (Alternativ kann der pH-Wert auch von Hand eingestellt werden, in einem Vorratsbehälter mit Rührwerk)
Dann brauchst du noch Behälter, Rohre, den Filter und die UV-Lampe.Die eingesetzten Komponenten müssen alle trinkwasserzertifiziert sein.
Ich schätze mal 3 bis 4000 EUR wird so eine Anlage schon kosten. Aber das ist eine Schätzung aus dem hohlen Bauch.
Zunächst müsste man das Verfahren auch erst mal im Becherglas im Labor überprüfen, bevor man an die "großtechnische" Auslegung herangeht.

Gruss
Jörg








>Hallo,
>für den Betrieb unserer Hofkäserei benötigt unser Milchschafhof Trinkwasser lt. TrinkwasserVO. Wegen unser Lage im Außenbereich ist eine Trinkwasserleitung nicht wirtschaftlich, und wir sind auf unser Brunnenwasser (Oberflächenwasser) angewiesen. Zwei Wasserproben im Abstand von 12 Monaten haben folgende Probleme ergeben:
>Trübung (FNU) 1,1 ; pH-Wert 5,77 ; Coliforme Bakterien / 100ml: 12,0; Aluminium: 0,31 mg/l
>Nun suchen wir nach einer Brunnenwasseraufbereitung, die uns nicht ruiniert. Unser Trinkwasserbedarf liegt zwischen ca. 1400 l / Tag (Max. an ca. 90 Tagen / Jahr während des Käsereibetriebs) und ca. 600 l / Tag für die verbleibende Zeit. Wer kann uns helfen?
>Vielen Dank!
>Elke Helbig

Ulrich

unregistriert

3

Montag, 25. Februar 2008, 16:30

Re: Brunnenwasser zu Trinkwasser

Die Trinkwasserverordnung ist die Umsetzung der europäischen "Richtlinie des Rates vom 3. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Richtlinie 98/83/EG)“ in nationales Recht.
Auf Grund der Ermächtigung aus § 38 Infektionsschutzgesetz(IfSG)hat das Bundesministerium für Gesundheit, mit Zustimmung des Bundesrates, die "Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)“ erlassen.
Die Überwachung der Wassergewinnungs- und Wasserversorgungsanlagen obliegt den Gesundheitsämtern.
Die technische Umsetzung der TrinkwV unterliegt diversen Regelwerken, die nur von absoluten Fachleuten realisiert werden können.
Verstöße gegen die Regelungen der TrinkwV unterliegen dem Straf- und Ordnungsrecht.
Ohne Bestätigung und Freigabe aller durchgeführten Maßnahmen durch das zuständige Gesundheitsamt können Sie keine Versicherung abschließen, die im Ernstfall auch zahlt.
Mein Rat: Kein Risiko bei Lebensmitteln, wenn Sie Ihr Bild nicht im TV sehen möchten.

Jörg

unregistriert

4

Dienstag, 26. Februar 2008, 22:53

Re: Brunnenwasser zu Trinkwasser

Herzlichen Dank für die rasche Antwort, nun haben wir schon mal eine Idee, wie mit den Problemen umzugehen ist. Elke Helbig
>Ganz umsonst wird die Aufbereitung nicht sein. Du brauchst auf alle Fälle eine Dosiereinheit um den pH-Wert anzuheben (z.B. mit Natronlauge). Durch die Dosierung kommt man einerseits in einen neutralen Bereich, anderseits dürfte man auch das Aluminium loswerden, da sich Aluminiumhydroxyd bildet; und das kann im nächsten Verfahrensschritt abgefiltert werden. SChlußendlich würde ich noch zu einer UV-Lampe raten, die in die abgehende Leitung eingebaut werden muss. Dadurch wird das Wasser desinfiziert.
>Das teuerste an der Anlage dürfte die pH-Regeleinheit sein (Alternativ kann der pH-Wert auch von Hand eingestellt werden, in einem Vorratsbehälter mit Rührwerk)
>Dann brauchst du noch Behälter, Rohre, den Filter und die UV-Lampe.Die eingesetzten Komponenten müssen alle trinkwasserzertifiziert sein.
>Ich schätze mal 3 bis 4000 EUR wird so eine Anlage schon kosten. Aber das ist eine Schätzung aus dem hohlen Bauch.
>Zunächst müsste man das Verfahren auch erst mal im Becherglas im Labor überprüfen, bevor man an die "großtechnische" Auslegung herangeht.
>Gruss
>Jörg
>
>
>>Hallo,
>>für den Betrieb unserer Hofkäserei benötigt unser Milchschafhof Trinkwasser lt. TrinkwasserVO. Wegen unser Lage im Außenbereich ist eine Trinkwasserleitung nicht wirtschaftlich, und wir sind auf unser Brunnenwasser (Oberflächenwasser) angewiesen. Zwei Wasserproben im Abstand von 12 Monaten haben folgende Probleme ergeben:
>>Trübung (FNU) 1,1 ; pH-Wert 5,77 ; Coliforme Bakterien / 100ml: 12,0; Aluminium: 0,31 mg/l
>>Nun suchen wir nach einer Brunnenwasseraufbereitung, die uns nicht ruiniert. Unser Trinkwasserbedarf liegt zwischen ca. 1400 l / Tag (Max. an ca. 90 Tagen / Jahr während des Käsereibetriebs) und ca. 600 l / Tag für die verbleibende Zeit. Wer kann uns helfen?
>>Vielen Dank!
>>Elke Helbig

Bernhard Jobst

unregistriert

5

Freitag, 29. Februar 2008, 20:05

Re: Brunnenwasser zu Trinkwasser

Hallo Frau Helbig,
Sie schreiben, "wir sind auf unser Brunnenwasser (Oberflächenwasser) angewiesen".
Es handelt sich daher anscheinend um einen flachen u.U. sogar gegrabenen Brunnen?
Für mich wäre dieses Oberflächenwasser zu unkontrolliert - Sie prüfen alle 12 Monate !
Können Sie keinen Tiefbrunnen bohren lassen, der dann höchst wahrscheinlich auf Dauer gleichmässig sauberes Trinkwasser liefert ?
Nur ein Vorschlag - Vielleicht gibt es in der "Nachbarschaft" einen solchen Tiefbrunnen mit entsprechenden Werten ?
mfg BJ

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